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Forum www.religion-und-spiritualitaet.de    Religion und Spiritualität    Eucharistie  ›  Tischgenossen Jesu Moderatoren: Weber
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Tischgenossen Jesu  Dieses Thema wurde bisher 1.848 mal gelesen. Thema ausdrucken Thema ausdrucken
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Weber
09 April 2006, 18:53 Einem Moderator melden Einem Moderator melden
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Beiträge: 195
Liebe Christen!

Gründonnerstag ist ein hervorragender Gedenktag der Eucharistie. Der biblischen Überlieferung zufolge hat Jesus an diesem Tag die Eucharistie eingesetzt, und zwar mit der Feier des letzten Abendmahles. Drei Fragen möchte ich stellen, um auf Wesentliches dieser Veranstaltung hinzuweisen.

1.     Wer sitzt mit Jesus am Tisch?

Da ist Petrus, ein Fischer, der als Menschenfischer für Jesus werben soll. Noch in der Nacht nach dem Abendmahl beteuert er aus lauter Angst dreimal: ich kenne diesen Menschen nicht! Das klingt wie ein Ehrenwort.

Dann ist da Judas aus Karioth. Er verrät Jesus noch in dieser Nacht und bekommt dafür 30 Silberlinge. Schon beim Mahl hatte es Jesus vorausgesagt.

Dann sind da Johannes und Jakobus d. Ä., die sog. Zebedäussöhne. Ihre Mutter Salome hatte Jesus zuvor gebeten, er möge ihnen im Himmel erste Plätze geben. Jesus weist diese unfaire Vorteilssuche zurück. Von besonderen Vorzügen dieser beiden weiß die Bibel nichts.

Außerdem ist da Thomas, der seinen Glauben an die Auferstehung Jesu von einem handfesten Beweis abhängig macht und daher als der schlechthin Ungläubige in die Geschichte eingeht.

Oder denken Sie an Matthäus, den Zöllner. Zöllner werden immer ein einem Atemzug mit den Sündern genannt. Sie gelten als betrügerisch und geldgierig. Trotzdem darf Matthäus am Abendmahl teilnehmen.

Von den anderen Aposteln: Andreas, Philippus, Bartholomäus, Jakobus d. J., Thaddäus und Simon aus Kana darf man sagen, dass sie eher unbedeutend sind. Erst eine spätere Zeit verherrlicht sie in Legenden. Es ist die Zeit, als die Bischöfe anfangen, sich als Nachfolger der Apostel zu verstehen.

Es sind alles keine Helden, die da am Tisch Jesu sitzen, nicht einmal getauft sind sie. Trotzdem dürfen sie am Abendmahl teilnehmen.
2.     Wen schließen wir heute vom Tisch des Herrn aus?

Genau die, die Jesus an den Tisch geholt hat. Die Kirche hat heute einen engen Rahmen gesteckt für die Teilnahme an der Eucharistie. Wer diesen Rahmen sprengt, bekommt Ärger mit der Kirchenleitung.

Der Zugang zur Eucharistie bleibt versperrt allen, die nicht getauft sind; allen, die zwar getauft sind, aber aus der Kirche ausgetreten sind; allen, die nach der Scheidung in zweiter Ehe verheiratet sind; allen Getauften, die einer anderen als der katholischen Konfession angehören; allen, die in wesentlichen Lebensfragen nicht nach den Vorschriften der Kirche leben.
Damit verzichtet unsere heutige eucharistische Praxis auf jene Weite und Einheit stiftende Wirkung, wie sie im Neuen Testament noch erscheint. Die Bischöfe haben selbstverständlich Gründe  -  ernst zu nehmende Gründe, so zu verfahren, wie sie  verfahren. Allerdings muss die Frage erlaubt sein, ob hier auf Dauer nicht auch ein Umdenken möglich ist.

3.     Wie könnte Gründonnerstag vielleicht auch aussehen?

Würde es dem neutestamentlichen Verständnis der Eucharistie widersprechen, wenn man ein Mahl der Gemeinschaft feiern würde mit allen, die an Gott glauben? Oder ein Mahl aller, die an Christus glauben?
Ich könnte mir auch vorstellen, dass ein Mahl mit Obdachlosen sinnvoll wäre, wobei dieses Mahl dann auch satt machen müsste. So käme dann zusätzlich der Aspekt zum Tragen, dass wir religiöse Verantwortung auch für das körperliche Wohl des Nächsten tragen. Alles, was die Menschen zusammenbringt, ihr Miteinander stärkt, ihre Grenzen überwindet, Gastfreundschaft eröffnet, ist dem Wesen der Eucharistie nicht fremd.

Auf keinen Fall dürfte es sein, dass eine übertriebene Ehrfurcht vor der Heiligkeit des Sakramentes die Menschen auseinander dividiert. Denn das Sakrament ist für die Menschen da!

Amen.

geloggt Offline
PrivatnachrichtPrivatnachricht
Maria
05 November 2011, 17:59 Einem Moderator melden Einem Moderator melden
0 - 25 Beiträge
Beiträge: 1
...Das Sakrament ist für den Menschen da. Das hat Jesus auch ausdrücklich so gemeint, als er am Vorabend seines Todes mit seinen Freunden das letzte Abendmahl gefeiert hat. Wie ein treusorgender Elternteil, der weß, dass er sterben wird, alles für seine Kinder noch regeln wird, hat Jesus an all die Menschen gedacht, die vor seiner Zeit wie "Schafe ohne Hirten" in die Irre gelaufen waren. Sie alle und auch uns tröstet er mit diesem Vermächtnis seines Leibes und Blutes in der Eucharistie.
Wir sollen es zum Zeichen unserer Gemeinschaft immer wieder feiern - aber nicht nur dies. Wir sind Körper, Geist und Seele. Auch Gott hat es nicht dabei belassen "geistigerweise" und "symbolhaft" bei uns zu wohnen. Er ist bis ins Materielle hinab gestiegen, um uns in Körper und Geist und Seele gleich zu werden.
Damit auch wir ihm bis ins Materielle hinein gleich werden, hat er uns als seinen Leib und sein Blut hinterlassen. Indem wir daran glauben und ihn in diesem Glauben ganz leiblich in uns aufnehmen, werden wir immer mehr zu ihm.

"Du bist, was Du isst." Ein bekannter Spruch, der sich auch mittlerweile wissenschaftlich beweisen lässt. Mit wieviel Schädigendem belasten wir unseren Körper und damit auch Geist und Seele, wenn wir uns auf jede neue Bekanntschaft auch körperlich einlassen...

Welches Geschenk hat Jesus uns doch hinterlassen, wenn er ganz bei uns wohnen will.
Ich träume von einer Kirche, in der Katholiken neben Protestanten neben Andersgläubigen je neu die Wahl haben, sich zu entscheiden, ob sie das Brot zum Zeichen der Gemeinschaft nehmen oder diesmal bereit sind, Gott ganz in sich wirken zu lassen.
Der Mensch, der die Wandlung vollzieht, kann Frau oder Mann sein. Das alleinige Auswahlkriterium sollte sein, dass sie oder er an die Verwandlung des Brotes und Weines in Leib und Blut Jesu tief glaubt - was bei Priestern heute nicht unbedingt vorausgesetzt werden kann - wir alle sind nur Menschen!
Auch sollte diese Person eine gute Weile ohne Sexualität gelebt haben, um sich ganz diesem heiligen Geheimnis widmen zu können.
Als ich einmal einen Besuch in einem Yoga-Institut machte, als dort die zukünftigen Yoga-Lehrer "eingeweiht" wurden, erfuhr ich, dass sie seit Monaten abstinent leben mussten.
Um wieviel heiliger ist der Akt des Umganges mit Gott in der Eucharistie.
Die wenigen Menschen, die sich von Gott zu einem zölibatären Leben berufen fühlen, ob Mann oder Frau, bereits verheiratet oder Eltern, könnten ganz diesen Dienst übernehmen, während alle anderen die vielen übrigen Aufgaben der Pastoral übernehmen könnten.
Jeder hat seine Aufgabe - der eine in der caritativen Sorge um den Mitmenschen, der andere im Kontemplativen.

Ob es diese Kirche wohl je geben wird?
geloggt Offline
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