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Forum www.religion-und-spiritualitaet.de    Religion und Spiritualität    Weihnachten  ›  Das Rettungsboot und die Krippe Moderatoren: Weber
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Das Rettungsboot und die Krippe  Dieses Thema wurde bisher 385 mal gelesen. Thema ausdrucken Thema ausdrucken
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Weber
11 Dezember 2016, 20:28 Einem Moderator melden Einem Moderator melden
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Das Rettungsboot und die Krippe (Weihnachtspredigt 2016)

Liebe Christen!

In den vergangenen zwei Jahren sind bekanntlich viele Flüchtlinge in unser Land gekommen. Hunderttausende kamen in überfüllten und kaum seetauglichen Booten über das Mittelmeer Richtung Europa. In den Medien konnte man fast täglich lesen von gekenterten Booten und ertrunkenen Menschen. Man nennt die Zahl 3800 allein für dieses Jahr. Das Boot, das eigentlich ein Symbol für Rettung und Hoffnung ist, wurde zugleich auch zum Mahnmal für den Untergang. Ein solches Boot diente am Fronleichnamsfest dieses Jahres dem Kölner Kardinal Rainer Maria Wölki auf der Domplatte als Altar bei einem Gottesdienst unter freiem Himmel. Später wurde das symbolträchtige Boot im Kölner Dom ausgestellt. Zu Weihnachten – so berichtete der Kölner Stadtanzeiger – wird dieses Boot in St. Maria in Lyskirchen im Kölner Hafengebiet die Krippe aufnehmen. Das Besondere an dieser Krippe ist, dass sie eine Milieukrippe ist mit Figuren aus dem kölschen Milieu vornehmlich des 19. Jahrhunderts. In diesem Jahr soll mit dem Boot an der Krippe auch an die menschliche Tragödie, die sich derzeit im Mittelmeer abspielt, erinnert werden. Es wird sich lohnen bei einem Köln-Besuch in der Weihnachtszeit sich diese Krippe anzuschauen. Sie ist wie eine Übersetzung der Weihnachtsbotschaft in unsere heutige Zeit. Die Botschaft lautet auf einen kurzen Nenner gebracht: Gott wird Mensch für alle, weil er alle Menschen liebt.
Wenn man das Boot sieht, stellt sich einem die Frage: Wer steigt in so ein Boot? Es sind Menschen, die sich in Sicherheit bringen wollen. Die Einen sind politisch Verfolgte, andere haben Angst, im Bürgerkrieg getötet zu werden, wieder andere haben einfach Hunger und entbehren das Lebensnotwendigste. Vor allem junge Leute wissen, dass es in anderen Ländern dieser Erde mehr Lebenschancen gibt. Und so machen sie sich einfach auf den Weg. Sie überlegen nicht lange, ob sie asylberechtigt sind oder nicht, sie brechen einfach auf und haben die Hoffnung oder auch Illusion, dass alles gut geht. Sie wollen leben, mehr nicht. - In der Menschheitsgeschichte hat es immer wieder solche Fluchtbewegungen gegeben. Die Geschichtsbücher nennen das Völkerwanderungen und erwähnen dabei selten die hintergründige Not und Motivation. Auch das Volk Israel hat nach der Schilderung des Alten Testaments des öfteren solche Vertreibungen und Wanderungen erlebt – immer in der Hoffnung, irgendwann das gelobte Land zu erreichen. Und Gott selbst hat sie auf diesen Wegen begleitet, beschützt und gestärkt. In dieser Perspektive muss man wohl auch die Menschwerdung Gottes in der Person Jesu sehen. Sie ist ein Akt des Entgegenkommens gegenüber den Menschen, die aufbrechen, um ihr Heil zu suchen. Denn das Verlangen nach einer besseren Welt bricht sich immer wieder neue Bahnen. Ein Jeder ist davon überzeugt, dass die Güter dieser Erde allen Menschen gehören. Und das ist ja wohl auch richtig so. Natürlich hat es damals wie heute Probleme gegeben sowohl auf Seiten der Flüchtenden und Zuflucht Suchenden als auch auf Seiten derer, die um Gastfreundschaft oder Hilfe gebeten werden. Reibungslos geht so etwas nicht vor sich.
Ich darf noch einmal an das Boot erinnern, von dem ich anfangs sprach und das an der Krippe in Köln in St. Marien in Lyskirchen seinen Platz gefunden hat. Das erinnert mich an das alte Weihnachtslied „Es kommt ein Schiff geladen….“. Der Text spricht von dem großen Geschenk Gottes, dem menschgewordenen Sohn, der mit diesem Schiff unter uns ankommt. „Das Segel ist die Liebe, der Heilge Geist der Mast“. In dieses Schiff sind auch wir – bildlich gesprochen – mit der Taufe eingestiegen. Und nun klammern sich noch so viele andere Menschen (Fremde) an dieses Boot und wollen mit uns in eine bessere Welt segeln. Und plötzlich werden wir über alle Religionsgrenzen hinweg zu Reise- und Lebensgefährten. Das ist eigentlich eine großartige Sache. – Wenn wir doch nur nicht so kleinkariert an unseren eigenen Kram denken würden. Mit uns im Boot sitzt Jesus, und der große Gott gibt diesem Boot Geleit. Was kann uns da eigentlich noch passieren?
Feiern Sie mit viel Zuversicht Weihnachten und gehen Sie mit viel Hoffnung ins neue Jahr!

Ich wünsche Ihnen von Herzen frohe Festtage.
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